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Traktoren, 19.10.2012

INTELLIGENTER ROBOTER (AUCH) FÜR STEILLAGEN-WEINBAU

Plantagenroboter für verschiedenste Arbeiten in Wein- und Obstanlagen
Mit 900.000 Euro fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) ein jetzt in Geisenheim vorgestelltes Forschungsvorhaben namens elWöbot, an dessen Ende ein elektrisch angetriebener Plantagenroboter steht, der verschiedenste Arbeiten in Wein- und Obstanlagen autonom ausführen soll.
Autonom heißt: Ein Geräteträger, der weder einen Fahrer noch einen mit einer Fernsteuerung am Weinbergsrand agierenden Bediener benötigt, sondern über intelligente Sensortechnik verfügt, die es ihm erlaubt, Hindernisse zu erkennen, problemlos zu umfahren und Gefahrensituationen zu vermeiden.
Die Vorstellung der Forscher geht dahin, dass der Roboter, dessen Stückpreis heute auf 60.000 bis 80.000 Euro veranschlagt wird, nicht nur von größeren Weinerzeugern im eigenen Betrieb eingesetzt wird. Vorstellbar sei, so ein Sprecher der Projektleitung, dass ein Lohnunternehmer vom Büro aus eine Flotte von mehreren Robotern gleichzeitig in den Weinbergen verschiedener Erzeuger dirigieren und überwachen kann.
Mit einem solchen, weitgehend automatisiert arbeitenden Roboter soll die Wirtschaftlichkeit kleiner und mittelständischer Wein- und Obstbaubetriebe verbessert werden und er könnte (gerade in Steillagen) für Arbeiten eingesetzt werden, für die es immer schwieriger wird, Arbeitskräfte zu finden, oder die (wie bei der Hubschrauberspritzung) gesetzlich immer weiter eingeschränkt werden.
„Am Beispiel »zeitgemäßer Pflanzenschutz' als anspruchsvolle Beispielapplikation soll die Prozesssteuerung getestet und optimiert werden. Arbeitsgänge wie Mulchen, Bodenbearbeitung oder Laubschnitt sowie Transportarbeiten sind als Perspektive für die spätere Erweiterung des Systems denkbar" heißt es in der Zielstellung der Forscher.
Das Projekt, das auf früheren Forschungsergebnissen einiger Projektpartner aufbaut, ist auf drei Jahre angelegt, das Gesamtvolumen wird mit 1,32 Millionen Euro beziffert. Bis Mai 2015 soll ein erster Prototyp fertig gestellt und dann ausführlichen Praxisversuchen unterzogen werden.
An der Entwicklung des Plantagenroboters beteiligt sind Partner, die ihre Kompetenzen in verschiedenen, für die Entwicklung wichtigen Bereichen einbringen:
  • Die Professur für Agrarsystemtechnik an der Technischen Universität Dresden wird das Fahrwerk konzeptionieren und konstruieren und hat die Projektleitung inne.
  • Das Fachgebiet Technik der Forschungsanstalt Geisenheim bringt die mit dem Roboterprojekt „Geisi" gewonnenen Erfahrungen ein und soll als erstes Arbeitsgerät eine Pflanzenschutzapplikationseinheit entwickeln.
  • Das Labor für Mikro- und Optoelektronik an der Hochschule Osnabrück kümmert sich um die notwendige intelligente Sensortechnik und die Lösung der Fragen, die eine autonome, auf Fernsteuerung verzichtende Arbeit aufwirft.
  • Die Firma Raussendorf Maschinenbau GmbHist im klassischen Maschinenbau tätig und mit dem Bau des Fahrzeuges betraut.
  • Die Karl E. Brinkmann GmbHentwickelt den Elektromotor und die notwendige Elektronik.
Weiterhin eingebundene Partner sind schließlich das Weingut Schloss Proschwitz und die Obstland Dürrweitzschen AG, die ihre praktischen Erfahrungen einbringen, die Erstellung des Lastenheftes unterstützen und später für die Durchführung der Feldversuche zur Verfügung stehen.
 

Medium

 
  • Die Forschungsanstalt Geisenheim ist eine der ältesten Forschungseinrichtungen des Wein- und Gartenbaus im deutschsprachigen Raum.
  • Im Rahmen einer engen Verknüpfung mit der Hochschule RheinMain werden in Geisenheim rund 1000 Studierende der Fachrichtungen Weinbau und Oenologie, Getränketechnologie, Gartenbau sowie Landschaftsarchitektur von den Mitarbeitern der Forschungsanstalt in Vorlesungen und Übungen mit betreut.
  • Ziel unserer Arbeit ist es, innovative Forschungen in anwendbare Handlungsansätze für die Praxis umzusetzen und anzubieten, um deren Konkurrenzfähigkeit zu stärken. Die zukünftigen Diplomingenieure, Bachelors und Masters sollen sowohl national als auch international Leitungsfunktionen in den von uns vertretenen Industrien übernehmen können.
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