Technik Plattform der Fachgruppe Technik

Besucher: 200137
 

Einsatzbereich


Kategorien

Beregnung & Bewässerung, 10.03.2012

FELDBRUNNEN - RISIKO FÜR DIE GRUNDWASSERQUALITÄT?

Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserreserve des Landes. Jegliche Verunreinigung muss daher vermieden werden!

GRUNDWASSER IST TRINKWASSER!

Grundwasser ist die wichtigste Trinkwas­serreserve des Landes. Jegliche Verunrei­nigung muss daher vermieden werden, um die Trinkwasserqualität zu erhalten. Der beste Schutz für das Grundwasser ist eine natürliche Bodenüberdeckung. Jeder Brunnen ist eine Lücke in dieser Schicht und bewirkt dadurch eine Schwächung der Schutzfunktion.
 
Jede Grundwasserentnahme zur Feldbe­regnung ist nach dem Wasserrechtsge­setz bewilligungspflichtig!(Ansprechpart­ner - Bezirkshauptmannschaft/Magistrat)
 

FELDBRUNNEN - RISIKO FÜR DIE GRUNDWASSERQUALITÄT?

Das größte Risiko für das Grundwasser besteht im Eintrag von Pflanzenschutz­mittel-Rückständen über das Brunnenbau­werk. Mit 1 g eines Pflanzenschutzmit­tel-Wirkstoffes können bis zu 10.000 m³ Trinkwasser ungenießbar gemacht wer­den (Trinkwassergrenzwert für einzelne Wirkstoffe 0,0001 mg/Liter). Das ent­spricht etwa dem Jahreswasserbedarf von 200 Personen.
Für den Pflanzenschutz werden, je nach Wirkstoff, ca. 0,01 bis 0,2 g pro m2 aus­gebracht. Bei fehlender Brunnenab­deckung können die Pflanzenschutzmittel direkt ins Grundwasser gelangen. Pflan­zenschutzmittel, die in der unmittelbaren Umgebung aufgebracht wurden, können durch Versickerung in das Grundwasser eindringen.

WIE SOLL DAHER EIN FELDBRUNNEN GEBAUT SEIN?

Eines der wirksamsten Mittel zur Ver­meidung eines direkten Eintrages von Pflanzenschutzmittel-Rückständen ist ein einteiliger, dichter Deckel mit dicht schlie­ßender Montageöffnung, der auch nach­träglich leicht aufgesetzt werden kann [siehe Abbildung 2 - Einteiliger, tragsicherer, dichter Betondeckel mit dicht sitzendem Montagedeckel]. 
Dieser kann den di­rekten Eintrag von Pflanzenschutzmitteln ins Grundwasser bei Ausbringung am eigenen Feld und auch bei Verfrachtungen von Nachbargrundstücken vermeiden.
Bei mobilen Pump-Anlagen sind die Öff­nungen in der Abdeckung durch Anpas­sungs-maßnahmen [wie in Abbildung 3- (Tragsichere Abdeckung mit angepasster Ausnehmung für die Saugleitung) ] auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Damit soll auch verhindert werden, dass Kleintiere und Insekten in den Brunnen ein­dringen oder hineinfallen können.
 
Weitere wirksame Maßnahmen gegen den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln ins Grundwasser:
  • Die Bodenoberfläche sollte zum Brun­nen hin ansteigen, damit Nieder­schlagswasser (Beregnungswasser) vom Brunnen abfließen kann.
  • Abdichtung der oberen Brunnenringe und des aufgesetzten Deckels.
  • Einhaltung eines Sicherheitsabstandes um den Brunnen, wo keine Dünge­mittel und Pflanzenschutzmittel aufge­bracht werden dürfen.
 

HERSTELLUNG UND ERHALTUNG EINES FELDBRUNNENS

Um einen Eintrag von Verunreinigungen zu vermeiden, sind bei der Herstellung von Feldbrunnen folgende Punkte in Anlehnung  an die Systemskizze [siehe Abbildung 4 - Systemskizze eines Beregnungsbrunnes (nach ÖWAW-Arbeitsbehelf Nr. 11 „Empfehlungen für Bewässerungswasser“)] zu beachten:
1.   Brunnenringe so setzen, dass die obe­re Ringnase innen liegt (Sickerwasser müsste 
      in der Fuge nach innen aufstei­gen).
2.   Die Deckelunterkante muss mindes­tens 30 cm über dem umgebenden Geländeniveau
      liegen.
3.   Aufsetzen eines einteiligen Beton­deckels mit dicht sitzender Montageöffnung
      (Mindestmaß 60 x 60 cm).
4.   Stoßfugen zwischen den ersten bei­den Ringen und dem einteiligen Deckel sind
      abzudichten. Jedenfalls alle über der Erde liegenden Stoßfugen und wenn 1. und 8.
      erfüllt, nur die erste in der Erde liegende Stoßfuge z.B. mit feinem Zementmörtel oder
      Brunnen­schaum.
5.   Fix installierte Leitungsdurchführungen (Rohre, E-Versorgung) im Deckel und den
      Brunnenringen sind dicht einzu­binden (z.B. mit feinem Zementmörtel oder
      Brunnenschaum).
6.   Falls eine Lüftung eingebaut wird, ist diese vor Niederschlagswassereintritt zu
      schützen und mit einem Insekten­gitter zu versehen
7.  Verfüllmaterial um die Brunnenringe lagenweise einbringen und verdich­ten (Bei
      seichtgründigen, durchlässi­gen Böden wird die Einbringung einer
      Lehmschlagdichtung um das Brunnen­bauwerk empfohlen).
8.   Im Umkreis von 1 bis 1,5 m ist das Erd­reich zum Brunnen anzuböschen, um ein
      Abfließen von Niederschlagswäs­sern zu gewährleisten
 

FÜR DEN FELDBETRIEB IST FOLGENDES ZU BEACHTEN

  • Mindestens 1 m um den Brunnen dür­fen keine Pflanzenschutzmittel und Düngemittel aufgebracht werden.
  • Während der Düngemittelausbringung und Pflanzenschutzmittel-Anwendung ist der Brunnendeckel geschlossen zu halten.
  • Während der Beregnung/Bewässe­rung ist bei nicht fix eingebauten An­schlüssen die Öffnung des Brunnen so klein wie möglich zu halten (z.B. ab­sturz- und tragsichere Blechplatte mit Ausnehmung für Saugleitung, [siehe Abbildung 3]).
  • Ein Grasbewuchs um den Brunnen ohne Bäume und Sträucher ist ein gu­ter Schutz des Bodens vor Erosion und Rissbildung.
  • In unmittelbarer Nähe des Brunnen dürfen keine Pflanzenschutzmittel an­gemischt, Geräte gereinigt, Pflanzen­schutzmittel-Reste aufgebracht und Betriebsmittel gelagert werden (Bit­te beachten Sie auf der Internetseite www.lk-noe.at unter „Pflanzen" und „Pflanzenschutz" den Artikel zu „Sach­gerechtes Befüllen und Reinigen von
     Pflanzenschutzgeräten").
 

SCHWACHSTELLEN FÜR DEN EINTRAG VON VERUNREINIGUNGEN BEI EINEM BRUNNEN­BAUWERK KÖNNEN SEIN

  • Undichte oder sogar fehlende Ab­deckung [siehe Abbildung 5]).
  • Schadhafte Brunnenringe, fehlende Ab­dichtung mit der Abdeckung und den oberen Brunnenringen untereinander.
  • Mangelhafte bzw. fehlende Ableitung von Oberflächenwasser vom Brun­nen weg (Lackenbildung, Versickerung beim Brunnen) [siehe Abbildung 5].
  • Schlecht verdichtetes Erdreich (Füllma­terial) um den Brunnen ergibt eine hö­here Durchlässigkeit für Sickerwässer als im umgebenden Erdreich.
  • Schlecht ausgeführte Lüftungen [siehe Abbildung 5 rechts] ohne überhängender Ab­deckkappe).
 
 

Medium


Die Fachgruppe Technik ist Ansprechpartner für Aktivitäten in Technik-Fragen. Sie nutzt die unterschiedlichen Qualifikationen und Praxiserfahrungen zur Entwicklung neuer Projektideen zur bestmöglichen Aufbereitung praxisrelevanter Informationen für den Obst- und Weinbau. Als Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis bietet die Fachgruppe Technik mit dem Netzwerk den Landwirten und Landwirtinnen hilfreiche Inputs zur innovativen Bewirtschaftung.

Verein Fachgruppe Technik e.V.
Hasendorferstraße 41/4
8430 Leibnitz

fachgruppe@obstwein-technik.eu
ZVR 1662950045
Tel. Info: 0650 3209932
Werbung