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Arbeitssicherheit gesamt, 09.03.2012

KNOFF HOFF VON PRAKTIKERN UND PROFIS

In diesem Artikel stellen wir einige Ideen von Praktikern und Profis vor, welche die Arbeit ein wenig erleichtern können.
Die Arbeit in der Landwirtschaft ist trotz technischer Hilfsmittel oft schwer. In diesem Artikel stellen wir einige Ideen von Praktikern und Profis vor, welche die Arbeit ein wenig erleichtern können.
 

Rückenschoner

Markus Gamper aus Sigmundskron bei Bozen fand bei seinem Bühnenfahrzeug „Oliomec“ das Entleeren der Pflückkiste gar nicht praktisch. Deshalb befestigte er an der Seite des Bühnenfahrzeuges, ca. mittig der Großkiste, eine Stütze aus Profileisen, die auf ca. 2 m Höhe eine Drehangel aufweist. An dieser befestigte er einen Querarm. Das Ganze bildet nun
einen kleinen beweglichen Kran. Am Ende des Querarmes montierte Gamper eine Federrolle mit Seilzug und Haken. Die Federrolle kann je nach Belieben hart oder weich eingestellt  werden. Gamper stellte bei der Ernte das volle Pflückkistchen auf den Plattformboden seines Bühnenfahrzeugs, während die im unteren Bereich pflückende Person es mit leichtem Druck
nach unten in die Großkiste drückt und entleert. Über dem Kistchen ist zusätzlich eine Schnur befestigt, sodass der Haken vom Federseilzug eingeklickt werden kann. Mit dieser
Methode schonen der Obstbauer und seine Mitarbeiter auch ihren Rücken. Rückenschmerzen sind nicht selten, wenn man schwere Betonsäulen bewegen muss. Besser wäre es, mit Maschinen und Geräten diese schwere Arbeit zu verrichten.
Trotzdem ist es manchmal notwendig, Hand anzulegen. Michael Falser hat dazu ein einfaches Werkzeug gebaut, damit sich Betonsäulen etwas besser manövrieren lassen. Er schweißte sich ein U-Kanteisen mit Griff so zurecht, dass die Betonsäule damit gut zu ergreifen ist. Durch das U-förmige Werkzeug wird die Betonsäule umklammert und durch den Griff, der um einige Grade winkelversetzt aufgeschweißt ist, hat man einen guten Halt. Das sollte aber trotz allem nur eine Notlösung sein, denn Betonsäulen tragen und verstellen ist und bleibt eine große Gefahr für die Wirbelsäule.
 

Folienrollen

Damit die lichtreflektierenden Folien schnell wieder zu einer Rolle gebunden werden können, ließ sich Klaus Perathoner von der Firma Zanlucchi in Leifers auf seinen alten „Vierer“- Palettenwagen einen Eisenrahmen montieren. Der ca. 70 cm hohe Rahmen ist mit einem Ölmotor versehen, der eine Welle treibt. Auf der Welle wird die Folie eingespannt und über ein hydraulisches Ventil kann sich die Welle beliebig schnell drehen. Das Öl liefert die Förderpumpe des Traktors. Durch ein weiteres Hydraulikventil und einen Hydraulikkolben kann die Neigung der Welle etwas verstellt werden. Somit ist es nicht unbedingt erforderlich, den Anhänger genau im rechten Winkel zur Fahrgasse zu stellen.
Eine Folie mit einer Länge von 80 bis 100 m lässt sich somit in ca. 2 bis 3 Minuten aufrollen. Die schwerste Arbeit ist dabei, die Folie von der Fahrgasse zur Welle zu ziehen und sie einzuspannen. Dafür sind mindestens zwei Personen notwendig. Es können mehrere Folien auf die Welle und zu einem Ballen gewickelt werden, allerdings ist auf das Gewicht zu achten, denn die Folie wiegt um die 90 g/m².
Klaus Pfeifer hingegen bastelte sich diese Vorrichtung selbst und montierte sie am Kraftheber seines Traktors. Das Prinzip ist dasselbe. Für den Transport auf der Straße schwenkt Pfeifer das Gerät mit einem hydraulischen Kolben nach oben.
 

Gurtenspanner 

Einen schmalen und einfach zu betätigenden Gurtenspanner mit Aufnahmetrommel für das Binden der Großkisten bastelte der Bauer Stefan Pixner aus Meran/Untermais. Dieser besteht aus einer kleinen Trommel, die das Band durch eine Kurbel progressiv aufnimmt. Nichts Außergewöhnliches möchte man meinen, aber das Besondere daran ist, wie der Gurt gespannt wird und die Kompaktheit des Gerätes. Der Gurt wird über die Kurbel angespannt, wobei sich ein speziell geformtes Zahnrad mitdreht. Ist der Gurt fest gespannt, blockiert eine Rastersperre das Zahnrad und somit die Trommel. Um den gespannten Gurt zu lösen, ist ein Haltestift in die Kurbel integriert und greift durch eine bestimmte Bewegung in die Rastersperre ein. Diese wird entlastet und so kann der Gurt ohne weiteres gelöst und aufgewickelt werden.
Um die Ladung wieder zu binden, ist die Rastersperre zu entlasten und die Trommel in Leerlaufstellung zu bringen. Nun braucht man nur so viel Gurt von der Trommel abzuwickeln wie erforderlich ist. Der restliche Gurt bleibt auf der Trommel aufgewickelt.
Der Kurbelgriff ist über eine Feder in die gleiche Linie der Kurbelstange zu bringen, damit so die Gurte gespannt werden können. So ist der gesamte Gurtenspanner platzsparend am Anhänger aufgebaut. Die Gurte werden am Ende des Anhängerrahmens mit einem Schnellverschluss ein- und ausgehängt. Auch diesen Teil hat Stefan Pixner selbst entwickelt.
 

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Obstbau Weinbau ist seit 1964 ein praxisorientiertes Fachmagazin des Südtiroler Beratungsrings für Obst- und Weinbau. Jährlich erscheinen 11 Ausgaben (Juli/August Doppelnummer) mit Fachartikel über Anbaumethoden, Versuche, Sorten, Forschungsergebnisse, Betriebswirtschaft, Statistiken, Züchtungsergebnisse, Pflanzenschutz, Vermarktung, Lagerung,  Studienreisen u.a. aus den Bereichen Obst-, Weinbau und Kellerwirtschaft.
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