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Sonstiges 1, 10.03.2012

WEINBAUSCHULE LÄDT ZUR TAG DER TECHNIK IM OBST- UND WEINBAU 2011

Turnusgemäß im Jahr nach der Intervitis / Interfructa werden Aussteller und Besu- cher zum Tag der Technik eingeladen. Die Weinbauschule Weinsberg ist in diesem Jahr mit nahezu 1 500 Besuchern sehr zufrieden.
Obwohl die zum Teil heftigen Frostschäden anstehende Investitionen verzögern,sind die Winzer und Obstbauern gekommen und haben sich informiert.Mit ca. 90 Ausstellern aus Frankreich, Holland,Italien und Deutschland gab es Technik für alle denkbaren Einsätze. Wie in derVergangenheit, war die Vorführung  der Besonderheiten der erste Programmpunkt.
Erfreulicherweise sind dem Organisationsteam dieses Jahr viele Besonderheiten aufgefallen. So wurden erstmals auch nicht Einzelgeräte, sondern Gerätegruppen gemeinsam in den Ring gefahren. Das erste Trio im Ring war ganz den Raupen und ihren herausragenden Eigenschaften gewidmet.
Weiter ging es mit der Applikationstechnik. Ein Obstbaugerät mit sechs Teilbreiten aus dem Hause Munckhof war der absolute Blickfang. Kennzeichnend sind drei separate Luftsäcke, die für den Trägerluftstrom sorgen. Ölbetriebene Axialläufer werden von der geräteeigenen Hydraulikanlage versorgt. Auf Wunsch ist das Gerät mit einem Luftsack erhältlich. Seit sich die Fa. Holder von der Pflanzenschutzsparte getrennt hat, sind die Geräte für Raumkulturen vom italienischen Hersteller favaro  verfügbar. Im Ring stand ein knickgelenkter Geräteträger der M-Reihe von Holder. Aufgebaut ein 1 000 l fassender Behälter von favaro. Der Gebläseluftstrom kommt aus dem bekannten Tangentialläufer der Firma Weber. So ausgerüstet, kann noch ein Nachläufer mitgenommen werden oder beispielsweise im Frontanbau ein Mulcher seine Arbeit verrichten. Schon immer für innovative Technik im Pflanzenschutz bekannt ist die Firma Lipco. Lipco hat die im Weinbau bekannten Tunnelgeräte in der neuen GSG-Baureihe weiterentwickelt. Jedes Tunnelelement ist jetzt mit einem Tangentialläufer ausgestattet. Dank der Luftunterstützung kommt es zu einer besseren Durchdringung der Laubwand. Der Trägerluftstrom zirkuliert von einer Teilbreite zur anderen. Des Weiteren wird Pflanzenschutzmittel eingespart und die Abdrift reduziert.
Was noch vor wenigen Jahren im Sonderkulturbereich nicht vorstellbar war, ist mittlerweile Wirklichkeit geworden. Das anfallende Schnittholz aus Weinbergen und Obstanlagen stellt eine energetische Resource dar. Pro Hektar fällt eine Menge an, die etwa 800 bis 1 000 l Heizöl ersetzen kann. Für die Schnittholzbergung konnten vier Geräte vorgestellt werden. Die Hersteller Kuhn, Perfect und Rinieri arbeiten in gleicher Weise. Als Basis dient ein Schlegelmulchgerät. Um das Schnittholz aus dem Grasbewuchs zu heben, sind vor der Schlegelwelle schräg stehende Eisenstifte angebracht. Im Folgenden wird der Gutstrom über eine Dosierwelle der Schlegelwelle zugeführt. Durch zusätzliche Reißleisten kann die Aufbereitung des Schnittholzes sichergestellt werden.
Die Sammelbehälter der Geräte unterscheiden sich jedoch erheblich. Beim Kuhn-Gerät wird in Big-Bags bevorratet. Hier kann der Anwender zwischen 600, 800 und 1 000 l fassenden Alternativen wählen. Das Gerät von Rinieri ist mit einem 1 200 l fassenden Sammelbehälter ausgestattet. Die Überladehöhe beträgt 1,8 m. Beim MLC von Perfect beträgt die Bunkerkapazität 3 000 l, gepaart mit einer Überladehöhe von 1,95 m. Die Firma Stoll hat bereits vor vier Jahren auf der Intervitis einen Prototypen gezeigt. Mittlerweile ist das Gerät weiterentwickelt und erprobt. Stoll setzt zur Zerkleinerung auf einen Scheibenradhäcksler. Dieser stellt gleichzeitig den Trägerluftstrom für die Hackschnitzel bereit. Angebaut an einem Geräteträger der Firma Holder kann der Holzbunker auf der Landefläche hinter der Kabine platziert werden. Es bleibt abzuwarten, ob und bis wann sich der Obst- bzw. Weinbauer zusätzlich als Energiewirt betätigt?
Unsere Nachbarn in Frankreich sammeln bereits seit Jahren Erfahrungen mit dem maschinellen Schnitt von Apfelbäumen. Hierzulande ist jede Versuchsanstalt dabei, entsprechende Versuchsanlagen einzurichten. Alle Schnittmaßnahmen zusammen stellen auf den meisten Betrieben den zweitgrößten Block an  Arbeitszeitbedarf pro Hektar. So waren in Heuchlingen auch zwei konzeptionell unterschiedliche Geräte zu sehen. Die Firma Fischer verfügt schon lange über Erfahrungen in der Hecken- und Gehölzpflege. Vorgestellt wurde ein speziell für die Bedürfnisse auf dem Obstversuchsgut Heuchlingen angepasster Prototyp. Abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden stehen verschiedene Messerbalken zur Verfügung. Die Schnittstärke kann so bis 3,5 cm, 5 cm oder 10 cm betragen. Das Gerät ist im Baukastensystem aufgebaut und kann in verschiedenen Ausbaustufen erworben werden. Auch ein Anbau an Frontladerkonsolen ist problemlos möglich. Von der Firma Binger-Seilzug wurde ein Gerät mit Kreissägeblättern vorgestellt. Durch jahrzehntelange Exporttätigkeit nach Frankreich sind auch dort vielfältige Erfahrungen vorhanden und in der Vergangenheit bereits Geräte gebaut worden.
Mit den Firmen Bäuerle, Feucht und Krauß war die geballte Kompetenz in Sachen Mostobsternte vertreten. Ob Seilschüttler oder Stammschüttler, es konnte jeder Wunsch befriedigt werden. Für die Obstauflesemaschinen gilt dasselbe. Die 
Besucher konnten sich von handgeführten Geräten oder aber von Selbstfahrern ein Bild machen. Von der Firma Feucht sind die Obstblitze vorgestellt worden.
In verschiedenen Ausführungen können Früchte von Haselnussgröße bis Tennisballgröße vom Boden aufgenommen werden. Eine Kugel aus Draht wird über die Früchte am Boden gerollt. Die Drähte weichen aus und die Frucht gelangt ins Innere der Kugel. Sobald der Obstblitz gefüllt ist, kann die Entleerung in ein dafür vorgesehenes Gefäß erfolgen – eine rückenschonende Innovation für den Hausgebrauch. Auch für die Ernte der Tafeläpfel war gesorgt. Die Firma Munckhof stellte den bereits bekannten Pluk-O-Trak aus.
Selbstverständlich fanden auch die Vorführungen am Nachmittag regen Zulauf. Thematisch wurde der Pflanzenschutz sowie die Unterbaumpflege im Einsatz gezeigt. Viele Praktiker aus Obst- und Weinbau haben die Gelegenheit genutzt, mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Zu sehen war für alle Bereiche etwas. Aufgrund der Resonanz von Besuchern und Ausstellern darf hoffnungsvoll
in die Zukunft geblickt werden. Der nächste Tag der Technik im Obst- und Weinbau findet wieder in drei Jahren statt.
 
Abbildung 1
Mit „Vario Assistänt“, einer Entwicklung des Lindauser Landtechnik- Unternehmens Kremler, kann die Serie 200 Vario von Fendt zu einer selbstfahrenden Arbeitsbühne umgestaltet werden. Über ein externes Steuerpult kann der Schlepper wie gewohnt über den Joystick bedient werden. Zusätzlich kann der Motor gestartet und gestoppt, die Lenkung bedient oder die Heckzapfwelle eingeschaltet werden
 
Abbildung 2
Schon über 50 Pflanzenschutzgeräte in drei-reihiger Ausführung konnte das niederländische Unternehmen Munckhof seit Einführung der Serie vermarkten. Auch in Deutschland sind einige Ausführungen im Einsatz
                                                                                      Fotos: Kühlwetter
Abbildung 3
Das Angebot der ca. 90 Aussteller in Heuchlingen traf bei den Besuchern auf großes Interesse
 
Abbildung 4
Bei dem neuen Sprühgerät von Lipco liegen die Tangentiallüfter versetzt angebracht gegenüber. Dadurch entsteht ein Luftkreislauf. Das Gerät erreicht 95 % Abdriftminderung
 
Abbildung 5
Vorgebaut an diesem Schlepper von Holder ist ein Scheibenhäcksler von Stoll. Das zerkleinerte Schnittholz wird auf der Ladepritsche gesammelt
 
Abbildung 6
Speziell auf den Schnitt von modernen Obstanlagen ausgerichtet ist dieser in Heuchlingen von der Firma Fischer vorgestellte Prototyp, bei dem ein Messerbalken, der je nach Ausführung bis zu 10 cm Schnittstärke erlaubt, zum Einsatz kommt
 
Abbildung 7
Obstbaugeräte Ippgendorf bietet Erntesysteme, Hebebühnen, Pfahldrücker, Reihenputzer, Kompoststreuer u. a. an. In Heuchlingen stellte der Obstbauer aus Wachtberg u. a. ein Herbizidgerät der Fa. Wahlen vor
 
Abbildung 8
REMA-Kunststoffteile bietet zum Fixieren am Draht oder am Pfahl zahlreiche Lösungen an
 
Abbildung 9
Seit Kurzem im Vertrieb der Gebr. Schmid aus Emstedt sind die in verschiedensten Varianten lieferbaren Erntehilfen und selbstfahrenden Arbeitsbühnen von Windegger
 
Abbildung 10
Die Fa. Albrecht stellte in Heuchlingen u. a. eine Akku-betriebene Säge von Electrocoup vor
 
Abbildung 11
Das anfallende Schnittholz stellt eine nicht zu unterschätzende Energieressource dar, deren Nutzung in Zukunft stärker ins Bewusstsein gerückt werden konnte.
Neben dem niederländischen Unternehmen van Wamel (Perfect) stellten einige weitere Hersteller technische Lösungen zum Sammeln und Bergen des Schnittholzes vor
 

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