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Erntemaschinen, 08.11.2014

VOLLERNTER FÜR TRAUBEN AM STEILHANG

Weltneuheit im Praxiseinsatz in Franken
 
Der Prototyp eines Vollernters pflückte bei einer Vorführung Trauben an einem Steilhang. Mehr als hundert Winzer verfolgten im Randersackerer Marsberg die Arbeit der Weltneuheit.
 
Eingeladen hatten zu der Praxisvorführung mehrere Beteiligte: die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), die Firma Carl Hoffmann Landmaschinen Piesport/Mosel als Entwickler des Vollernters und der fränki­sche Lohnunternehmer „Wein­bauservice Florian Hofmann" aus Würzburg-Heidingsfeld. „Wer schon einmal an einem Steilhang Trauben gelesen oder gar mit voller Bütte den Wein­berg hinauf- und herunterge­laufen ist, weiß, was für eine Knochenarbeit das ist", betont Edgar Sauer von der LWG. Die­se schwere Arbeit nimmt das Gerät dem Winzer ab. Die Ma­schine arbeitet schnell, auf Dauer vermutlich kostengüns­tig und bei Bedarf Tag und Nacht, erläutert Sauer. „Dies kann sicherlich ein weiterer Schritt sein, wertvolle, sehr steile und landschaftsprägende Rebhänge zu erhalten", meint der Vertreter der LWG.
 

TECHNIK DER MASCHINE

Aufgebaut ist die einzigartige Maschine auf eine Weinberg­raupe des italienischen Herstel­lers Andreoli, Typ UTlOOevo Germania oder UT80evo Ger­mania. An einem Seil mit Han­gelwinde gesichert und von ei­ner Person bedient, arbeitet sie in steilsten Weinbergslagen mit bis zu 75 % Hangneigung. Fin­gerkränze greifen gleichzeitig von zwei Seiten in die Laubwand jeder Rebzeile ein. Sie rütteln die Rebtriebe hin und her und lösen so die Beeren vom Stielgerüst der Trauben. Das aufgefangene Erntegut wird über Rechen und Gebläse von Blättern und Rebholzteilen gesäubert und gelangt über Fördereinrichtungen in einen Auffangbehälter - das Ernteergebnis ist fast so gut und so gründlich wie von Menschenhand gelesen.
 

RAUPE VIELSEITIG EINSETZBAR

Das bisher verwendete und vorläufig einzig mögliche Trägerfahrzeug des Vollernters ist während der gesamten Rebenvegetation im Weinberg einsetzbar. Es erledigt mit unterschiedlichen Aufbaugeräten Arbeiten im Pflanzenschutz sowie in der Boden- und Laubwandpflege . Diese Art der Technisierung von Arbeiten im Weinberg trägt den Namen „RMS", was „Raupen-Mechanisierungs-System" bedeutet. Der in Randersacker vorgestell­te Steillagen-Traubenvollernter wird voraussichtlich 2015, spätestens aber 2016 auf dem Markt sein.
Der Preis soll sich um etwa 100000 Euro bewegen. Die EU förderte die Entwicklung des Gerätes.
 

Medium


„Der Badische Winzer“ ist die auflagenstärkste Monatsfachzeitschrift in Deutschland und wird vom  Badischen Weinbauverband mit Sitz in Freiburg herausgegeben. Die Leserinnen und Leser erfahren umfassend, praxisnah und kompetent die neuesten Trends in Anbau, Kellertechnik und Vermarktung. Aktuelle Brancheninformationen ergänzen den Fachteil. Ein kostenloses Probeheft oder ein Abonnement (Jahrespreis Deutschland: 40,80 Euro inklusive Porto, EU-Ausland: 66,60 Euro inklusive Porto) können Sie unter Tel. 0049 761 2713351, vertrieb@blv-freiburg.de (Sonja Wahl, Daniela Brandsch) anfordern. Oder online über die Webseite des Badischen Weinbauverbandes: www.badischer-weinbauverband.de
 
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