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Sprühgeräte, 06.11.2014

REINIGUNG UND PFLEGE

Pflanzenschutzspritzen winterfest machen / Keine Spritzbrühe in Hofabläufe!!
Nach Abschluss der Pflanzenschutzsaison gilt es, die Sprühgeräte sachgerecht zu warten und winterfest zu machen. Dabei beginnen alle Einwinterungsmaßnahmen mit einer gründlichen Innen- und Außenrei­nigung der Pflanzenschutzgeräte. Gegebe­nenfalls vorhandene Restmengen müssen sachgerecht entsorgt werden. Außenreini­gung unbedingt auf dem Feld durchführen. Flüssigkeitsführende Teile auf dem Feld entleeren. Spritzflüssigkeitsreste dürfen nicht in die Kanalisation oder in Oberflä­chengewässer gelangen (= Bußgeld be­wehrte Anwendungsbestimmung NW468 beachten). Technisch bedingte Restmen­gen sind im Verhältnis 1:10 zu verdünnen und auf bereits behandelte oder unbehan­delte Teilflächen auszubringen. Bei den anfallenden Reinigungsarbeiten sind den Belangen des Gewässerschutzes Sorge zu tragen. Beachten Sie, dass schon 1 g Wirkstoff bzw. unter Umstän­den nur eine komplette Außenreinigung eines Pflanzenschutzgerätes incl. Schlep­per ausreicht, um 2 Mio. I Wasser zu ver­unreinigen!! Öffentliche Kläranlagen und sonstige Abscheideanlagen sind nicht in der Lage, solche Pflanzenschutzmittel­rückstände aus den Abwässern zu fil­tern!!
Eine Reinigung auf Hofplätzen ohne geeignete Auffangmöglichkeit (z.B. Gül­legrube) gilt als grobe Umweltverschmut­zung und ist strafbar.
Sachgerecht erfolgt die Spritzen- und Traktorreinigung auf bewachsenem Boden im Feld. Der Wirkstoffabbau erfolgt auf begrünten Flächen umweltverträglich und Einträge in das Grundwasser sind nicht zu befürchten.
 

EINFACHE INNENREINIGUNG AUF DEM FELD

Nach guter fachlicher Praxis sollten die in der Pflanzenschutzspritze verbliebenen Mittelreste, wie oben erwähnt, stark ver­dünnt (1/10) auf behandelte Flächen ausgebracht werden. Diese einfache Vor­reinigung auf dem Feld ist mit dem im Zusatzbehälter mitgeführten Frischwasser mehrfach zu wiederholen (ohne Zusatz­tank: Wasser in Kanistern mitführen). Rührwerke und ggf. Innenreinigungsdüsen sind dabei einzuschalten.
Die beste Reinigungsleistung wird beim „kontinuierlichen Reinigungsverfahren" erreicht.
Solch eine Innenreinigung ist in der Saison auch immer dann notwendig, wenn eine unerwünschte Verschleppung von Wirkstoffen in unterschiedliche Kultu­ren vermieden werden soll. Verbleiben kleinste technische Restmengen in den Pflanzenschutzgeräten, so kann dies, auch nach Verdünnung, noch zu Rück­standsproblemen in der folgend behan­delten Kultur führen.
 

AUSSENREINIGUNG

Die Reinigung fängt schon bei der Wahl der Düsen an. Werden abdriftreduzieren­de (grobtropfige) Düsen eingesetzt, finden sich deutlich weniger Beläge an Spritzen und Traktoren, als bei feintropfigen Hohl­kegeldüsen.
Geeignete Schutzkleidung ist bei allen Reinigungsarbeiten zu tragen.
Für die Reinigung eignen sich beson­ders mitgeführte Wasch bürsten, die mit Wasser aus dem Zusatztank über die Gerätepumpe betrieben werden. Auch kleine Hochdruckreiniger sind schon ver­fügbar. Mehr zu Reinigung und Wasser­schutz auch unter http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/technik/topps/index.htm
 

GERÄTEKONTROLLE

Nach erfolgter Innen- und Außenreini­gung sollten, dem Flüssigkeitsstrom fol­gend, alle Filter, Aggregate und wasser­führenden Teile auf ihren ordnungsgemä­ßen Zustand überprüft werden. Neben Behältern, Saug- und Druckleitungen, sollte der Pumpe die größte Aufmerksam­keit gewidmet werden. Besonders Kolben­membranpumpen verschleißen erheblich schneller, wenn sich längere Zeit konzen­trierte Spritzbrühe in der Pumpe befindet. Sollten nach der einfachen Innenreini­gung noch Mittelablagerungen im Behäl­ter der Pflanzenschutzspritze vorhanden sein, so ist auf jeden Fall die Funktion des Rührwerkes zu überprüfen. Rechtzeitig vor der neuen Pflanzenschutzmittelsaison sollte die einwandfreie Funktion aller Regel-, Schalt- und Kontrollarmaturen überprüft werden. Ebenso gilt es, die Düsen und Tropfstoppeinrichtungen zu kontrollieren. Sie sollten vor dem Einwin­tern ausgebaut, kontrolliert und von Fremdkörpern gereinigt werden.
 

ABSTELLEN ÜBER WINTER

Noch nicht gereinigte Geräte mit starken Pflanzenschutzmittelanhaftungen  müs­sen frostsicher und regengeschützt abge­stellt werden.
Kann die Spritze nach der Reinigung nicht frostfrei überwintert werden, so müssen alle Leitungen und Bauteile (Lei­tungen, Pumpen, Filter, Tropfstopp, Düsenhalter, Durchflussmesser, Manome­ter etc.) vor dem ersten Frost mühsam flüssigkeitsfrei gemacht werden. In sol­chen Fällen ist es meist einfacher, nach der Innenreinigung ausreichend Schei-benfrostschutz (-25 °C) einzufüllen und dessen Verteilung in den wasserführen­den Leitungen sicher zu stellen (Rühr­werk einschalten, Spritze kurz sprühen lassen).
 

WIEDERINBETRIEBNAHME

Frostschutz aus Geräten ablassen und zum Wiedergebrauch auffangen.
Vor der Wiederinbetriebnahme im Frühjahr ist eine Probespritzung mit kla­rem Wasser und ausgebauten Düsen durchzuführen. Eine Filterreinigung muss sich wieder anschließen. Im trockenen Zustand können sich über längere Stand­zeiten Schmutzreste in Behälter und Lei­tungen lösen und zu verstopften Filter und Düsen führen. Abdriftreduzierende Injektordüsen regieren auf solche gelös­ten Ablagerungen sensibel, besonders wenn nicht die richtigen Maschenweiten bei dem Druckfilter verwendet werden.
Eine sorgsam gepflegte und gewartete Pflanzenschutzspritze vermeidet unnötige Reparatur- und Stillstandszeiten und ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz.
 
 

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