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Regenschutz, 11.03.2012

FOLIENÜBERDACHUNG - SELBST GEMACHT!

Thomas Selders aus Willich hat sein VOEN-Foliendach in Selbstarbeit aufgebaut – OBSTBAU hat die wichtigsten Schritte dokumentiert.
Thomas Selders aus Willich hat sein VOEN-Foliendach in Selbstarbeit aufgebaut – OBSTBAU hat die wichtigsten Schritte dokumentiert

Auf die Frage, wie seine neue Folienüberdachung die sommerlichen Gewitterstürme am Niederrhein überstanden hat, antwortete Thomas Selders: „Ganz gut, allerdings haben sich durch die starken Niederschläge die Anker in der Randreihe ein bisschen abgesenkt, so dass die Spannung der Spannseile zum Teil etwas nachgelassen hat. Größere Schäden an der Überdachung oder den darunter geschützten Früchten gab es aber nicht. Deshalb ist er insgesamt zufrieden mit seiner neu installierten Folienüberdachung. Zwar waren die Erträge in diesem Jahr witterungsbedingt nicht ganz so gut, aber umso wichtiger war es, die wenigen Kirschen in guter Qualität vom Baum zu holen. Denn der direkt vermarktende Betrieb muss, um seine Kunden an den Laden zu binden, jedes Jahr einen sicheren Ertrag haben. Bereits vor Jahren hat er eine kleinere Süßkirschanlage überdacht. Die neu überdachte Anlage ist knapp einen Hektar groß und umfasst das gesamte Süßkirschsortiment, von ‘Burlat’ über ‘Kordia’ und ‘Regina’ bis ‘Sweetheart’. Thomas Selders hat sich für das VOEN-System entschieden, weil er es selbst ohne großen maschinellen Aufwand in seine bereits bestehende Süßkirschanlage montieren kann. Die Überdachung basiert auf einem Hagelnetz-System. Die Stahlkonstruktion wird mit Hilfe von Erdankern im Boden fixiert, seine Stabilität erhält es durch die Verspannung der Stahlseile. Der Stangenabstand beträgt 8–10 m in der Reihe, der Reihenabstand kann zwischen drei und sechs Metern liegen. Wenn einmal ein Baum im Wege steht, wird der Erdanker einfach ein Stück daneben eingesetzt. Die Folienbahnen sind auf das Netz aufgenäht und werden speziell für jede Anlage angefertigt. Durch das neue Foliengebwebe von VOEN liegt der Schattierungsgrad nur noch bei 15 %, einen Verfrühungseffekt gibt es nicht.
Thomas Selders hat alle Teile auf seinen Betrieb geliefert bekommen. Die Firma VOEN lieh ihm das notwendige Werkzeug und stellte mit Peter ter Sluysen einen kompetenten Berater, den der Betriebsleiter bei Problemen jederzeit um Hilfe bitten konnte. Mit einem Helfer hat Thomas Selders die Erdanker gesetzt und die Verspannungen eingezogen. Dafür waren 100 AKh nötig. Für das Aufziehen der Folienbahnen hat er mit zwei Helfern dann weitere 100 AKh gebraucht.
Thomas Selders hat sich für das neue Vöen-System entschieden, dass VOEN eine Überwinterung der Folien in der Anlage vorsieht. Im Vergleich zum bisherigen System, bei dem die Folienbahnen nach der Ernte aus der Anlage herausgeholt wurden, werden sie beim neuen System mit Hilfe von Spanngummis am Firstseil fixiert und mit einer dort angebrachten schwarzen Gewebefolie umhüllt.
Für das Lösen der Folie und das anschließende Fixieren am Firstseil hat Thomas Selders mit vier Personen fünf Stunden gebraucht.
Damit diese Arbeiten so schnell gehen, hat die Firma VOEN Thomas Selders den neuen Montagewagen „First-Profi“ zur Verfügung gestellt. 


An diesen 1,60 m langen Erdankern werden die Stahlseile auf Spannung gebracht.


In einer bestehenden Anlage zeigt sich ein Vorteil des Stahlgerüsts: die Erdanker für  die Stahlstangen können auch unmittelbar neben einem Baum in den Boden gedreht werden.


Die Halterung für die Stahlseile (= Firstfix, s. kleines Bild) hat Thomas Selders im Vorfeld aus Einzelteilen zusammengesteckt. Sie werden auf die Spitze der Stahlstangen geschraubt.


Die Stahlstangen werden auf die Erdanker gesteckt…         …und dort verschraubt. 


Ein Helfer fixiert die Firstseile auf dem Stahlgerüst…


…bevor sie von Thomas Selders an den Seiten festgezogen und verspannt werden.


Die Firstseile sind gespannt. Nun fehlen noch die Querseile, die dem System die nötige Stabilität geben.


Diese Gummis am Firstseil sind notwendig, um die Folie für die Überwinterung zu fixieren. Sie werden noch vor dem Aufziehen der Folie angebracht.


Jede Folienbahn wurde speziell für diese Anlage nach Maß angefertigt.


Die Folienbahnen werden mit Hilfe von Plaketten (kleines Bild) am Firstseil fixiert.


Mit Hilfe der Traufplaketten werden die Folienbahnen an der Netzkante zusammengehalten.


Zur Überwinterung werden die Plaketten in der Traufe wieder gelöst...


... die Folien mit Hilfe der zuvor dort angebrachten Spanngummis am Firstseil fixiert...


 ... und anschließend mit einer schwarzen Folienbahn wetterfest gemacht.

 

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1975 hat der Vorstand der Fachgruppe Obstbau den Beschluß gefaßt, ab Januar 1976 eine Verbandseigene Fachzeitschrift herauszugeben. OBSTBAU hat sich seitdem zu einer renommierten Fachzeitschrift entwickelt, auf die kein zukunftsgerichteter Betriebsleiter/ Betriebsleiterin verzichten kann. Mit einer Auflage von über 7000 Exemplaren ist OBSTBAU heute die größte überregionale Fachzeitschrift für Obstbau im deutschsprachigen Raum.

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