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Sprühgeräte, 10.03.2012

VERLUSTARMSPRÜHEN AM BODENSEE

Um reduzierte Gewässerabstände zu Gewässern im Obstbau zukünftig nutzen zu können, wurde es erforderlich, die weitverbreitete, effiziente und schlagkräftige Applikationstechnik mit feintropfigen Düsen und geringen Wassermengen am Bodensee auf ihr Potenzial für eine Abdriftminderung zu untersuchen. 
Ziel sollte mindestens eine Eintragung in die 75% Abdriftminderungsklasse des Verzeichnisses „Verlustmindernde Geräte“ des JKI sein. 

Dieses Ziel wurde erreicht durch eine Kombination von Quer- und Schrägstromgebläsen mit einer gemischten Düsenbestückung mit Albuz AVI 8001 an den beiden obersten und Albuz ATR lila an den restlichen Düsenpositionen in Verbindung mit einem baumformangepassten Luftvolumenstrom und einer Dosierung und Applikation nach dem MABO-Dosiermodell. Bei einer vollständig kontrollierten Gebläseluft über Quer- und Schrägstromgebläse mit Abschirmluft und Luftmengenregelung bei baumformangepasstem Luftvolumenstrom können mit rein feintropfiger Düsenbestückung (ATR lila) Abdriftminderungsraten über 95% erreicht werden.

Das MABO-Dosiermodell errechnet Wasser- und Produktaufwand/ha sowie Fahrgeschwindigkeit aufgrund der Baumform und führt mit sinkender Kronentiefe zu höheren Fahrgeschwindigkeiten und sinkenden Wasser- und Produkt-Aufwandmengen/ha. Die durch steigende Fahrgeschwindigkeit und reduzierte Gebläsedrehzahl erzielte Anpassung des Gebläse-Luftvolumenstromes an die Kronentiefe führt mit sinkender Kronentiefe zu einer zunehmend effizienteren Belagsbildung. Diese gleicht die Reduktion der Brühe-Aufwandmenge in den entsprechenden Baumformen bis in zu einer Fahrgeschwindigkeit von 9 km/h im Vergleich zu praxisüblicher Applikation mit fixen Wassermengen/ha auf der Blattoberseite vollständig aus. Bei 12 km/h werden erste Anzeichen einer quantitativen und qualitativen Abnahme der Beläge erkennbar. Auf der Blattunterseite wurden gegenüber der Oberseite generell mehrfach überhöhte Bedeckungsgrade und Tropfendichten gemessen, so dass diese immer überbelegt ist. Die Beurteilung von Belägen rein nach Belagsmassen stellt sich daher als ungeeignet dar, da sie eine inner-halb der Baumkrone stark ungleiche Verteilung der Spritzbrühe auf den Blattober- und Blattunterseiten sowie auf der einzelnen Blattseite nicht darstellen kann.

Es wurde herausgestellt, dass bei feintropfigen Düsen die Anpassung einer weitgehend horizontalen Gebläseluft von Schräg- und Querstromgebläsen an die zu behandelnde Baumform sowohl zu einer enormen Reduktion der Abdrift als auch zu einer erhöhten Anlagerung der Brühetropfen auf den Zielobjekten führt, die eine dosierungsbedingte Reduktion der Wasser- und Produktaufwandmengen an die Baumform weitgehend ausgleicht und somit eine mit sinkender Kronentiefe erhebliche Reduktion des Produktverbrauchs bei gleichzeitiger Abdriftminderung ermöglicht. Mit den derzeitigen Schräg- und Querstromgeräten kann aufgrund ihrer konstruktiv nicht optimierten Luftführung eine ausreichende Abdriftminderung bei Verwendung feintropfiger Düsen nur durch Einbau von Injektordüsen (Albuz AVI 8001 oder ähnliche) an den beiden obersten Düsenpositionen erreicht werden.
Anmerkung: Die Ergebnisse der Abdriftversuche sowie der Belagsmessungen sind Bestandteil der Dissertation von P. Triloff und noch nicht veröffentlicht: Sie werden nach deren Fertigstellung voraussichtlich bis Ende des Jahres nachgereicht.

Das PDF-Dokument über "Tagung Verlustarm Sprühen - Teil 1" können Sie hier herunterladen!

Das PDF-Dokument über "Tagung Verlustarm Sprühen - Teil 2" können Sie hier herunterladen!

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Der Verband Streirischer Erwerbsobstbauern, der Südtiroler Beratungsring und die Marktgemeinschaft Bodenseeobst haben sich Zusammengeschlossen, um gemeinsam das Thema "Verlustarm Sprühen" in die Praxis einzuführen.
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