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Software, 27.02.2017

ALLES AUX?

Joysticks und Schalterleisten lassen sich in Isobus integrieren. Allerdings gibt es einen alten und einen neuen Standard. Wir zeigen, worauf Sie achten müssen.
Isobus bietet die Möglichkeit, zusätzliche Bedienelemente zu integrieren. Das kann der Joystick im Traktor mit speziellen Isobus-Funktionstasten sein oder eine für das Anbaugerät spezialisierte Box. AUX-old und AUX-new heißen die beiden Standards, mit denen die Integration der Bedienung funktioniert. Sie unterscheiden sich in ihrer Zuordnungsphilosophie und sind nicht miteinander kompatibel.
Ein Beispiel: Der Traktor bietet auf seinem Joystick eine Kreuzplatte mit vier Funktionen zur freien Belegung an. Über Isobus ist eine Press-Wickel-Kombination angeschlossen. Wird der Standard AUX-old von allen Teilnehmern unterstützt, kann der Fahrer nahezu beliebig die Tasten mit Isobus-Funktionen belegen, auch doppelt.
Taste 1 zum Beispiel mit „Pick-up-senken“, Taste 2 mit „Klappe öff nen“, Taste 3 legt den Ballen ab und Taste 4 öffnet den Messerboden.
 
Das würde dazu führen, dass der Fahrer zwar über den Joystick die Pick-up senken kann, sie aber über einen Softkey am Terminal wieder anheben muss. Gerade bei sicherheitsrelevanten Funktionen ist das problematisch, da man normalerweise dazu
neigt, in Gefahrensituationen in die andere Richtung zu tippen. In unserem Beispiel würde das aber gar nichts bringen, da die Tastenbelegung willkürlich erfolgt ist.
 
Der AUX-new-Standard greift hier ein und verhindert gefährliche Zuordnungen oder Doppelbelegungen von zwei Funktionen auf eine Taste. Solche Konfiurationen führen zu einer Fehlermeldung, die Bedienung funktioniert nicht. Zukünftige Entwicklungen
werden deshalb auf den AUX-new Standard setzen.
 

DREI TEILNEHMER

Egal ob alt oder neu, beim AUX-Standard gibt es immer drei Teilnehmer: Das Terminal, das Anbaugerät und die zusätzliche Bedieneinheit (Joystick, Schaltbox, Schlepperarmlehne etc.). Alle müssen den gleichen AUX-Standard unterstützen. Die Zuordnung der Funktionen erledigt der Fahrer über das Terminal. Der Jobrechner
merkt sich die Belegung, sodass sie bei einem erneuten Verbinden der Geräte wieder zur Verfügung steht. Für bestimmte, gängige Kombinationen wäre es auch möglich, im Jobrechner der Anbaugeräte werkseitig sinnvolle Belegungen für die Bedienung zu hinterlegen. Wird diese Kombination erkannt, ist die Belegung automatisch vorhanden.
Es sind verschiedene AUX-Bedienelemente erhältlich. Von WTK kommt mit dem field handle ein beliebter Joystick, der sich zum Beispiel zum Steuern von  Feldspritzen oder Pressen gut eignet. Mit dem field handle pro zeigt das  Unternehmen auf der Agritechnica die nächste Gerneration. Das CCI hat seit Kurzem eine Switchbox für Feld-Spritzen mit 13 Schaltern und Folientasten im Programm. Sie eignet sich vor allem für die Teilbreitenschaltung. Amazone bietet einen eigenen Joystick für seine Geräte, der sich dann auch anders nutzen lässt.
 
Es ist aber nicht nur eine Schwarz-Weiß-Steuerung über Taster oder Schalter möglich. AUX erlaubt auch den feinfühligen Betrieb von Proportionalventilen, zum Beispiel über einen Joystick. Hier hat das CCI eine Box mit drei Kreuzhebeln im  Programm. Sie eignet sich zum Beispiel zum Steuern des Saugarms an einem Gülletanker. Lemken verwendet sie bei den größeren Pflügen mit Isobus-Steuerung,
bei Grimme kommt sie mit den Kartoffelrodern zum Einsatz.
 

MIT DEM SCHLEPPER-JOYSTICK

Auch der Traktor kann die AUX-Funktion auf drei verschiedene Weisen unterstützen:
 
Das Schlepper-Terminal unterstützt AUX. Dann muss über den InCab Stecker ein zusätzlicher Joystick an den Bus angeschlossen werden.
In der Armlehne oder im Joystick sind Funktionstasten integriert, die AUX unterstützen und sich belegen lassen. Ein AUX-fähiges Terminal muss angeschlossen werden.
Sowohl AUX-Terminal als auch -Tasten sind fest integriert.
 
Es muss also nicht zwingend eine externe AUX-Bedieneinheit sein. Zurzeit finden sich alle Ausprägungen in aktuellen Schleppern. New Holland setzt auf die erste Variante, das Intelli-View-Terminal kann einen externen Joystick belegen. Claas verbaut Funktionstasten in der Armlehne und auf dem Joystick, zur Belegung muss ein Isobus-UT mit AUX-Funktion angeschlossen werden. Fendt bietet seit Längerem die Kombination aus AUX-Tasten und AUX-fähigem UT. Bei älteren Schleppern funktioniert das teils noch mit dem AUX-old-Standard. Auch Deutz-Fahr erlaubt die Belegung von Funktionstasten auf dem Hydraulikjoystick. Bei John Deere sind die Tasten des CommandCenters auf der Armlehne fest den Funktionen in der Bildschirmansicht zugeordnet. Dies ist keine vollwertige AUX-Funktion, sondern eine räumliche Abtrennung der fest belegten Terminal-Tasten. Mittelfristig werden vermutlich alle Traktorhersteller Funktionstasten zur
freien (Isobus-)Belegung in ihre Bedienkonzepte integrieren. Der Komfort für den Fahrer dürfte damit noch einmal deutlich steigen.
 

TOTALE INTEGRATION?

Der nächste Schritt wäre die Integration der Isobus-Funktionen in ein  Vorgewendemanagement. An dieser Funktionalität wird zurzeit gearbeitet. Hier wären mehrere Lösungen denkbar. Zum einen separate Systeme in Traktor- und Isobus-Terminal. Dabei könnten im Isobus UT verschiedene Funktionen mehrerer
Isobus-Geräte zu einer oder mehreren Sequenzen zusammengefasst werden.
Diese müssten dann im Terminal oder der AUX-Taste ausgelöst werden. Soll der Traktor ebenfalls Vorgewende-Funktionen ausführen, kann hierfür im Schlepper eine separate Sequenz angelegt und gestartet werden. Ein Vorteil der unabhängigen Lösung: Das Ganze funktioniert auch, wenn der Schlepper nicht über ein Vorgewendemanagement verfügt.
 
Mehr Komfort bietet eine weitere Variante: Die Isobus-Funktionen sind in das Vorgewendemanagement des Traktors integriert. In den Sequenzen lassen sich dann frei Isobus- und Traktorfunktionen kombinieren. So müsste der Fahrer nur eine Sequenz zusammenstellen und optimieren. Die Anforderungen an die Traktorausrüstung sind allerdings höher.
 
Eine Kombilösung wäre vermutlich die komfortabelste: Verfügt der Traktor über ein Vorgewendemanagement, tauchen auch die Isobus-Funktionen hier auf und lassen sich integrieren. Geht das nicht, da der Traktor kein Vorgewendemanagement hat, lässt sich im Terminal eine praktische Sequenz nur für das oder die Isobus-Geräte anlegen und abspielen.
Die Überlegungen zur Normung der Vorgewendefunktion bei der AEF sind angelaufen. In einiger Zeit wird es also vermutlich ein zertifiziertes Sequenz-
Management (SQC) geben.
 

SCHNELL GELESEN

  • Für die Integration von Bedienelementen gelten die Standards AUX-old und AUX-new.
  • Einer der Standards muss  immer von drei Geräten unterstützt werden:  Bedienelement, Terminal und Anbaugerät.
  • AUX-old und AUX-new sind nicht kompatibel. Neuere Entwicklungen beruhen auf AUX-new.
  • AUX-Bedienelemente können auch direkt in den Traktor integriert sein.
  • In Zukunft ist die Einbindung von Isobus-Funktionen ins Vorgewendemanagement möglich.

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