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Verarbeitung, 21.11.2012

GERÄTE FÜR DIE OBSTVERARBEITUNG (II)

Geräte zum Entsaften und Pressen
Für die Verarbeitung von Früchten benötigt man eine Mindestausstattung an Geräten und Behältnissen. Die Geräte zur Obstverarbeitung haben sich in den letzten Jahren massiv geändert. Neben Arbeitnehmerschutz, Automatisierungs- und Steuertechnik hat sich vor allem das verarbeitete Material geändert, in fast allen Bereichen des Gerätebaus verwendet man heute Edelstahl und Kunststoffe.
 

Geräte zum Entsaften

Ziel beim Entsaften ist es, flüssige Obstbestandteile beim Pressen von den festen zu trennen. Entscheidend für die Qualität des Saftes ist ein möglichst kurzer Saftweg, ein geringer Pressdruck und eine rasche Weiterverarbeitung, da andernfalls durch Oxydationen Bräunungen und Aromaveränderungen auftreten.
Heute existiert eine Unzahl an verschiedenen Press-Systemen. Die meisten wurden für die Weinwirtschaft entwickelt und die geeigneten für die Obstverarbeitung adaptiert.
 

Korbpresse

Die älteste und einfachste Art von Presse, die heute noch eingesetzt wird, ist die Korbpresse. Obstmaische wird in den Presskorb gefüllt und von einem Stempel zusammengedrückt. Je nachdem ob der Stempel von oben oder unten auf die Maische drückt spricht man von „Oberdruck-„ oder „Unterdruckpressen„.
Die ursprüngliche Version waren die Oberdruckpressen, deren Stempel von einer Spindel oder wie bei den Baumpressen mittels eines Hebels auf die Maische gepresst wurde. Später wurde die Handkraft durch hydraulische Kraft ersetzt.
 

Packpresse

Die Packpresse ist eine Weiterentwicklung der Korbpresse und hat in der bäuerlichen Obstverarbeitung von Äpfeln und Birnen nach wie vor große Bedeutung. Von der Bauweise her sind sie ziemlich klein, mit hohem Arbeitsaufwand erzielt man dennoch eine hohe Mengenleistung. Besonders gut eignen sie sich für schwer auspressbare Maischen, sie erreichen hohe Ausbeuten und eine gute Saftqualität mit wenig Trub- und Gerbstoffen.
Zerkleinertes Obst wird in Presstücher, das von einem Pressrahmen umgeben ist, eingeschlagen. Der Maischepacken wird zwischen 5 und 10 cm hoch aufgetragen, das Presstuch dann zugeschlagen. Zwischen die Presstücher werden Zwischenroste aus Holz, Aluminium oder Kunststoff gelegt. Der Saftweg ist kurz, Ausbeute und Qualität sind daher hoch.
Den Teil der Presse, auf dem der Packen aufgebaut wird, nennt man „Biet“. Während ein Packen ausgepresst wird, kann ein zweiter bereits aufgebaut werden. Bei solchen Pressen spricht man von 2-Biet-Packpressen. Die Arbeitsleistung kann somit fast verdoppelt werden. Große Pressen haben sogar drei Biete. Während der erste Packen ausgepresst wird, ist der zweite beim Vorpressen und der dritte Packen wird aufgebaut.
 

Hydropresse

Die Hydropressen haben Baugrößen bis zu etwa 200 l und sind daher eher ein Presstyp zum Gewinnen von kleineren Saftmengen. Sie eignen sich gut zur Herstellung von Spezialitäten, die mit anderen Presstypen nicht so leicht herstellbar wären und liefern gute Saftqualitäten durch schonendes Pressen und kurze Saftwege.
Die Hydropresse besteht aus einem Metallgestell, auf dem in einem Zylinder ein Schlauch bzw. Balg vertikal gespannt ist. In den Raum zwischen dem Balg und der Wand des Zylinders wird die Maische gefüllt, anschließend der Deckel aufgesetzt. Beim Pressvorgang dehnt Wasser den Balg, spannt ihn auseinander, und presst damit die Maische gegen die perforierte Wand, wo dann der Saft austritt. Damit sich die Siebwand des Zylinders nicht verlegt, kann dieser auch mit einem Presstuch ausgelegt sein.
Neben dem Wasserverbrauch ist auch die lange Zeitspanne für das Befüllen und Entleeren des Wassers von Nachteil.
 

Tankpresse

Vom Funktionsprinzip ist sie der Hydropresse ähnlich, nur spannt anstatt des Wassers Druckluft den Balg auseinander.
Mit dieser Art von Presse lassen sich ebenfalls Säfte von hoher Qualität und niedrigem Trubanteil erzeugen. Hauptsächlich werden diese Pressen von Weinbaubetrieben verwendet.
 

Bandpresse

Bandpressen können kontinuierlich beschickt werden. Die Leistung einer Bandpresse liegt zwischen zwei und sechs Tonnen in der Stunde.
Zerkleinertes Obst wird auf ein Band dosiert. Das zweite Band deckt diese Maische zu, beide Bänder umlaufen immer enger werdende Walzen. Durch das Band tritt der Saft aus. Zwischen den Bändern wirken große Druck- und Scherkräfte auf die Maische und entsaften diese. Um die Scherkräfte zu verringern, baut man auch Bandpressen mit nur einem Band.

Medium

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